Beratung

Wie du Mitglieder­rück­gang erfolgreich stoppen kannst!

WIR MÜSSEN HIER MAL MIT EINEM MYTHOS AUFRÄUMEN!

Graf und Becker haben den Tennisboom damals nicht ausgelöst. Becker und Co. waren lediglich die Kinder dieses Booms. Die ursprüngliche Tennis-Euphorie kam daher, dass sich der Tennissport schon Jahre vorher von seinem Elite-Dasein löste und sich mit seiner sportlichen Faszination als Breitensport öffnete. Die hohen Mitgliederzahlen im Tennis der 90er wurden durch die Erfolge von Graf, Becker und Co. natürlich verstärkt. Daher war das Außergewöhnliche die hohen Mitgliederzahlen in den 90ern und nicht der Rückgang davon.
Die entscheidende Frage dabei ist: „Warum sind die damaligen Tennis-Mitglieder der 90er nicht geblieben?“

DAS PHÄNOMEN MITGLIEDERRÜCKGANG

Der Hauptgrund liegt nicht darin, dass die Neu-Mitgliedergewinnung für Tennis die Schwierigkeit darstellt (die Besucherzahlen der Grand Slams und die Einschaltquoten im Sparten-TV zeigen immer noch ein deutliches Interesse der Sportbegeisterten und die Anziehungskraft von Tennis).

Der Hauptgrund liegt vielmehr darin, dass es gefühlt ewig dauert bis zwei Tennis-Anfänger so miteinander spielen können, dass Spielspaß und Wettkampffreude entsteht. Bis dahin investiert jeder Einzelne sehr viel Zeit und vor allem sehr viel Geld in Trainerstunden.

Fakt ist: Es ist, im Bezug auf Tennis, viel leichter neue Mitglieder an den Sport heranzuführen als die neuen Mitglieder an den Sport zu binden! Leider belegen das auch bestimmte Vereins-Phänomene: Anfänglich gibt es in Tennisvereinen viele Kids, die aber laut Statistik meistens mit spätestens 12 Jahren austreten.

Das Ergebnis liegt auf der Hand und ist belegt:

  • Tennis zählt nach wie vor zu den mitgliederstärksten Sportarten in Deutschland, sie verliert jedoch die meisten und überwiegend männlichen Mitglieder (Mitgliederverluste bei den Spitzenverbänden von 2010 bis 2015 in absoluten Zahlen: über 140.000)
  • Die stärkste Gruppe unter den Vereinsmitgliedern im Deutschen Tennis Bund waren auch in 2018 die Herren der Altersgruppe 41-60 Jahre. Die Altersgruppe zwischen 15 und 40 Jahre macht im DTB lediglich ca. 28 % aus.

Nun kann man standesgemäß noch weitere Ursachen für den Mitgliederrückgang der Tennis- und Sport-Vereine anführen. Zum Beispiel die Individualisierung der Menschen, den Wertewandel unserer Gesellschaft, die veränderte Schulpolitik, die demografische Entwicklung, die abnehmende Medienpräsenz, die zunehmende Konkurrenz, usw.

All das spielt sicherlich auch irgendwie, irgendwo mit rein. Allerdings können wir nicht ändern, was um uns herum passiert. Wir können aber unsere Reaktion auf diese Veränderungen steuern! Bei den ganzen modernen und zeitgemäßen, meist digital gesteuerten Angeboten wie Urban Sports Club und anderen kommerziellen Freizeitplattformen, werden auch Tennisvereine sich dem geänderten Lifestyle der Sportler anpassen müssen.

ALSO, WAS TUN?

Boule sagt die Stadt Köln, wäre eine tolle Ergänzung und der Tennisverband gibt auch noch recht: „Dort wo viele Senioren sind, sollte man auch fokussiert Senioren-Angebote schaffen.“ So eine Handlungsempfehlung sei an dieser Stelle unkommentiert.

Die richtige Antwort ist allerdings:

  • Tennisvereine müssen sich nach Möglichkeiten umschauen um das „Mitgliederbindungs-Problem“ zu lösen
  • Tennisvereine müssen ihr Angebot und ihre Aktivierungen verbreitern, sodass sich die „Noch-Kleinst-Zielgruppe“ zwischen 15 und 40 Jahren wieder angesprochen fühlt.

Da ein Tennisverein dabei, sowohl satzungsmäßig als auch von der „Gesamt-Interessenslage“, immer noch den Zweck eines Tennisvereins erfüllen sollte und keine Soccer-Beachanlage mit Cocktailbar auf die Beine stellen muss, erschließt sich dabei von alleine.

Tennis muss Ergänzungen suchen! Ergänzungen zu dem seniorigen Standard-Tennisspieler und Ergänzungen bei Angeboten, welche die Sportart Tennis sinnvoll erweitert und relevant für die Zielgruppe zwischen 20 und 40 sind.

Viele Tennisvereine versuchen krampfhaft etwas in ihrem Verein zu etablieren, in der Hoffnung damit den heiligen Gral gefunden zu haben. Glaubt mir, eine Kinderspielecke oder ein Beachvolleyball-Platz ist es nicht. Es ist schlichtweg verbranntes Geld und in zwei Jahren fragt man sich, was man mit dem vermoderten Beachsoccer-Platz anfangen soll. Warum sollte sowas auch funktionieren? Warum sollte sich jemand aus dem Tennisverein ehrenamtlich in eine erfolgreiche Aktivierung eines solchen Tennis fremden Angebotes reinhängen, wenn doch seine Leidenschaft dem Tennis gilt? Das macht einfach keinen Sinn.

Nun, was macht Padel für Tennisvereine so ideal? Hier die entscheidendsten Punkte in Kurzform:

  • Zielgruppe: In Spanien sind fast 70 % der Padelspieler zwischen 20 und 44 Jahre alt. Die Vorteile dieser Zielgruppe liegen auf der Hand (Einkommen, junge Familien, etc.) und das sieht man auch schon lange in anderen Ländern. Junge Familien sind gerne bereit, Geld dafür auszugeben, wenn man als Familie den ganzen Tag zusammen Sport treiben kann – wie bspw. auf einer Padelanlage in einem Tennisverein, der dabei die entsprechende Infrastruktur mitbringt (Toiletten, Duschen, Gastronomie, Spielplatz, usw.)
  • Technische Erlernbarkeit: Padel ist aufgrund seiner geringen Techniktiefe dahingehend schnell zu erlernen, dass man einen kompletten Laien in 3 Trainerstunden spielfähig machen kann. Tennisspieler müssen lediglich 15 Minuten angelernt werden und können danach frei spielen.
  • Spielspaß: Kleineres Feld, immer im Doppel und weniger kraftvoll – das bedeutet: viel mehr Ballkontakte und ein größeres Spielerlebnis. Das Resultat: Ich möchte mehr davon, selbst wenn ich 6:0 verloren habe, hatte ich soviel Spaß, dass ich motiviert am Ball bleibe.
  • Themennähe und Synergien: Nicht umsonst heißt Padel in vielen Ländern auch Padel-Tennis. Man macht sich keinen Schlag kaputt. Im Gegenteil, man verbessert sogar einiges. Es werden oftmals auch Padelplätze für Tennis-Kinder- und Jugend-Training genutzt und glaubt mir: Die Kinder finden es richtig cool! In der padelBOX von walls in Köln tummeln sich mittwochs bis zu 70 Kinder auf den Padelplätzen. Welcher Tennisverein kann das heute von sich behaupten?

Machen wir es kurz: Wenn uns jemand fragt, ist Padel die perfekte Ergänzung in einem Tennisverein.

Wenn du mehr zu dem Thema Beratung wissen möchtest, melde dich bei Patrick Pihan unter: ppihan@padel.gmbh.

Bilderquellen:
Beitragsbild: Photo by Lina Kivaka from Pexels: https://www.pexels.com/photo/person-holding-tennis-racket-4371608/
1. Foto smarch0987: https://flic.kr/p/28qeVZz
2. Foto Photo by Hello Lightbulb on Unsplash
3. Foto: AFP Courts

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